Die Luft ist weicher, die Wiesen grüner und ein Haus am See ist hier nicht Utopie sondern Alltag. Irgendwie bekommt man nach einiger Zeit das Gefühl, dass in Schweden einfach alles besser ist. Selbst das Unkraut ist wunderschön – roter Klatschmohn und Lupinien in Lila, Rosa und Weiß verwandeln normale Betonstraßen in fotogene Landschaften. Kein Wunder, dass Kurt Tucholsky seine Sommer samt Geliebter am liebsten in Schweden verbrachte – in Schloss Gripsholm schreibt er übrigens wunderbar anschaulich über das schwedische Lebensgefühl.

Ein kleiner See in Schweden

In der schwedischen Provinz Småland gibt es vor allem eines – sehr viel Natur. Die Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten am Land und im Wasser sind endlos: Wandern, Radfahren, Reiten, Joggen oder lieber Angeln, Boot- und Kajakfahren, Wakeboarden und Schwimmen? Wir haben alles ausprobiert, wenn das Wetter mitgespielt hat – denn in Schweden ist der Sommer leider etwas kürzer als bei uns. Das macht aber gar nicht so viel, denn selbst bei Regenwetter und Kälte kann man Baden gehen: ähnlich wie in Finnland ist die Sauna nämlich das zweite Zuhause der Schweden. Und nach einer paar Saunagängen zwischen 80 und 100 Grad ist der Sprung ins eiskalte Wasser das reinste Vergnügen!

Da Schweden ein bisschen größer als Deutschland ist, aber ca. 9,8 statt 81 Millionen Einwohner hat, ist das Land abseits der hippen Städte wie Malmö oder Stockholm herrlich ruhig und einsam. Beim Spazierengehen entdecken wir auf einmal riesige Pilze, die mitten auf dem Grünstreifen des Wanderweges wachsen, weil sie einfach niemand sammelt. Wir aber schon – Abends gab es dann eine himmlische Pilzpfanne zum Abendessen. Wer Glück hat, trifft auch einen der ca. 300.000 Elche in Schweden. Die großen, gutmütigen Tiere mit den langen, staksigen Beinen wirken unbeholfen und niedlich – und auch ihr kläglicher Schrei sorgt eher für Lachanfälle statt Ehrfurcht. Aber Elche sind erstaunlich kluge Tiere, wie man bei einer Elchsafari lernen kann. So laufen sie beispielsweise vor Hunden immer in Windrichtung davon, damit sie einen eventuell auf sie wartenden Jäger wittern und ihm entwischen können.

Elche im Wald bei einer Elchsafari

Schweden kann mehr als IKEA

Denn die Schweden schätzen das schmackhafte Elchfleisch, das die meisten von euch, wenn überhaupt, zum ersten Mal wahrscheinlich im IKEA gegessen haben dürften. Apropos Essen: Es gibt nichts Besseres als die schwedischen Zimtschnecken!!! Ich bin absolut süchtig und habe bestimmt jeden Tag zwei Stück davon verdrückt! Aber auch die kreative und lokale Küche ist in Schweden auf jeden Fall ein Highlight, wie wir in Malmö im Karl Gustav und im April letzten Jahres in Stockholm erfahren durften – entfaltet schon mal eure Geschmacksknospen und lasst euch überraschen!

Es gibt aber auch Kultur in Småland – zugegebenermaßen für Kinder, aber ganz ehrlich: Wer ist kein heimlicher Pippi Langstrumpf Fan? Im Astrid Lindgren Park kann man sich wieder ganz wie ein Kind fühlen. Der Eintrittspreis beträgt fast 40 Euro, was wirklich happig, aber gerechtfertigt ist für das gebotene Programm. Man kann sich das Haus der Riesen ansehen oder sich in Miniatur-Wohnsiedlungen selbst wie ein Riese vorkommen (während kleine Kinder hier auf einmal wie Erwachsene am Tisch sitzen) und in luftiger Höhe das Zuhause von Karlson vom Dach erkunden.

Außerdem kann man sich im Hobby Horsing versuchen – wusstet ihr, dass der Steckenpferd-Sport DER neue heiße Trend in Schweden ist? Es werden sogar nationale Wettbewerbe veranstaltet – oder sich auf einem Berühr-nie-den-Boden-Pfad entlang schlängeln. Nicht zu vergessen die zahlreichen Schauplätze aus Büchern und Filmen der schwedischen Nationalheldin Lindgren, die mit ihrer unglaublichen Fantasie unvergessliche Werke schuf, die man im Park erleben kann. Es gibt Theaterstücke (allerdings auf schwedisch) vor der Villa Kunterbunt, Ronjas Räuberburg wurde aus echtem Stein nachgebaut und auch einige adere bekannte Figuren ziehen singend und scherzend ihre Runden durch den Park, vorbei an zahlreichen Süßwarenläden und Grillplätzen mit vorbereiteter Grillkohle für hungrige Familien. Am Ende des Tages waren wir Erwachsenen genau so erschöpft wie die Kinder, hatten aber nur einen kleinen Teil des Parks gesehen – was für ein Erlebnis!

 

Schweden – wo die Sonne (fast) niemals untergeht

Ein anderer Programmpunkt bei uns war das Sommerhaus der schwedischen Königsfamilie. Nur einen Kilometer entfernt vom ehemaligen Sitz – heute eine eindrucksvolle Steinruine, die aber noch für Veranstaltungen zu mieten ist – kann man die schlichte, aber wunderschöne italienische Villa der schwedischen Königsfamilie ansehen und durch den Park mit schönen Statuen und Blumen schlendern. Natürlich gibt es auch hier Spielplätze – Schweden ist ein sehr kinderfreundliches Land!

Sommersitz der schwedischen Königsfamilie

Wir haben uns auf alle Fälle gänzlich unerwartet in Schweden verliebt – die hellen Nächte (fast bis Mitternacht ist es im Juni hell!), die äußerst freundlichen Menschen, die wundervolle Natur, die hübschen Häuschen am See und die hippen Städte – das und viel mehr hat es uns angetan und wir planen bereits unseren nächsten Trip nach Småland. Vielleicht machen wir da auch mal vom Jedermannsrecht Gebrauch und zelten in der schwedischen Wildnis!

Reisetipp: Hinkommen ist relativ easy und günstig mit der Fähre. Zum Beispiel von Rügen oder Rostock aus bis Malmö und dort gleich übernachteten – es lohnt sich, die hippe Stadt für einen Tag zu erkunden!

 

Tak, tak Schweden. Wir werden uns wiedersehen !!!

 

 

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